Donnerstag, 1. Februar 2007

dr. gaertner

Ich spüre etwas hartes unter mir, ist es holz? ich weiß es nicht. mein kopf schmerzt und die augen wollen sich nicht recht öffnen. von irgendwo her spricht eine männerstimme, „nun mein Fräulein, wie geht es ihnen?“ sie scheint mich zu meinen, ich kenne sie nicht.

ich finde mich wieder im speisesaal, auf dem boden liegend, ein leichtes tuch spüre ich, notdürftig über meine füße gelegt – doch ein gefühl, sei es noch so unbestimmt, will sich nicht einstellen zu dem diffusen schmerz in meinem kopf, ihn nicht verdrängen, nein, es ist noch nicht da, das, was man gemeinhin das bewußtsein nennt.

meine augen schaffen es langsam, nicht nur offen zu bleiben, sondern mir auch konturen zu liefern, allein das sehen will nicht recht gelingen. und da ist sie noch einmal, die stimme und eine hand kommt dazu, die nach meiner greift, dann legen sich finger auf mein gelenk, die stimme murmelt ein paar zahlen, etwas helles leuchtet in meine augen und sahen sie eben zumindest noch schemen, so ist da jetzt nichts als ein wanderndes, dunkles blau.

ich setze mich aufrecht, reibe die augen, die sich entschließen, ihren dienst wieder aufzunehmen. jetzt sehe ich den mann zu der stimme, vor mir auf dem boden hockt er, eine schwarze ledertasche mit metallbeschlägen. um den hals ein stetoskop. nur eine schwäche, mein fräulein, nur eine schwäche. haben sie vielleicht zu viel getrunken?

sylvie, sylvie...

wie meinen? wer ist sylvie?

blut, überall. tot, man hat ihr die kehle.. wo ist martin?

martin? ich bin dr. gaertner. josef gaertner.

martin soll kommen, und yussuf. sie werden erklären können...

und dann schütttelt es mich und heiße tränen bahnen sich den weg. ich will aufstehen und höre mich rufen, mmer wieder: „ sylvie, martin, wo bist du?“ und dr. gaertner legt den arm um mich, hält mich am boden, reicht mir ein taschentuch, darauf sind buchstaben gestickt.

und dann ist er da, martin, in hut und mantel, die schuhe befleckt mit feuchtem lehm, man sieht sie auf dem boden, abdrücke, dunkel. und dr. gaertner lässt von mir, erhebt sich, fasst martin bei der schulter wie einen lieben freund – und war da nicht ein zwinkern? oder doch nur ein leichtes zucken. die nerven vielleicht, die fahrt, nein, das alles war nicht schön.

Ich strecke ihm die arme entgegen, ein kind, dem der vater heimgekommen, lang ersehnt und dr. gaertner stumm daneben, wie die mutter, die sich freut, ganz leise und dann dreht er sich um, bückt sich nach der tasche, die ordentlich gewartet hat, weit geöffnet, die nötigen utensilien bereit für die flinke hand, die sich danach reckt, bei bedarf. doch da ist nichts, so wird sie denn geschlossen, so wie auch martin seine arme um mich schließt, sein mund an meinem ohr, ganz dicht ganz warm und so gebe ich mich hin, ihm und meinen tränen, die immer noch rinnen. und wir küssen uns und ich bin froh und schon scheint alles vergessen, wir stehen und ich fühle nur, ihn allein und niemand ist um uns. da löst er sich einen schritt weit, nimmt meine hände - oh, wie sind die seinen doch so kalt : „ach bitte, ich kann nicht bleiben, sylvie, etwas muss geschehen, ich habe..:“ er verstummt und meine augen flehen, er sieht es und sagt doch nichts und nimmt mich wieder fest an sich, schiebt mich vor sich her, hinaus aus dem speisewagen und zurück in sein abteil. ein kuss, flüchtig die wange gestreift und schon ist er an der tür und hinaus und seine schritte eilen hinfort. ich lausche ihnen nach bis zum verstummen, doch schon sind dort neue, festere, entschlossene und es klopft an der tür . ich erhoffe yussuf oder befürchte meinen neuen verehrer, den verfechter der haarlosen lüste. doch es ist dr. gaertner. lächelnd, die väterliche hand auf bebender schulter, meiner schulter. ich lächele zurück, mein zaghaftes zugeständnis an die hohe kunst studierter männer, doch er missversteht es als aufforderung nicht an den geist, wohl an den körper. da sitzt er nun neben mir, seine hand mit vertraulicher geste auf meinem knie, eine wohlgeformte hand, schmal, die finger lang – man müsste klavierspielen können, ganz sicher, diese finger wären ein wahrhaft prächtiger schmuck einer jeden tastatur, und nun spielen sie auf meinem schenkel, elfenbein?

war da eben noch zittern, so kehrt es nun wieder, nicht schmerzvoll, nein dankbar. und mein körper sinkt, weiche decken, mein bauch wölbt sich den spielenden fingern entgegen, pianissimo, aber portato, dann crescendo, adagio, glissando... und dann ist es ein konzert zu vier händen, wassermusik, nass und wogend und dann pfropft er sich auf, der reis und unsere stimmen begleiten das virtouse fingerspiel... sforzato, sforzando, ritardando – ein melismatisches duett al fine....

Sonntag, 20. August 2006

sylvie

Die nacht soll bleiben wie sie ist. eingewickelt in martins arme, zugedeckt, behütet liegen, fühlen, vergessen. doch da klopft es abermals, die tür geht auf „monsieur breslauer, vite,. mademoiselle sylvie, isch bitt sie, kommen sie schnell...“

yussufs blick ist wirr, seine bewegungen fahrig. in der linken hält er eine lampe. er zittert. martin erhebt sich, ich hinterher, blicke ins dunkel der landschaft, darin der zug, verschluckt und zum stillstand gezwungen. ich fühle mich künstlich, die ganze zeit schon, seit ich in diesem abteil bin. und jetzt sehe ich die sorge in martins gesicht, und yussuf, wie er immer noch zittert, heftig, sehe mein eigenes gesicht gespiegelt im schein einer lampe. aber da sind wir schon auf dem korridor, yussuf voran, füße, die schritte abspulen, einen nach dem anderen, eilig, aufgeregt. dann stehen wir vor sylvies abteil, die tür ist offen und da liegt sie quer über dem bett, rücklinks und ausgelaufenes blut überall. man hat ihre kehle durchtrennt, ein dunkler strich, hier und da ein wenig verschmiert, genau wie die hände, sie hatte wohl noch zeit, sich an den hals zu fassen.

blut auch auf bauch und busen, welche bloß liegen, den rest hat ihre bluse aufgefangen, die offen steht, rechts und links ist der feuchte stoff an ihr herabgesunken, hat sich mit der bettdecke vereint.

-monsieur bresslauer, ier, sehen sie bitte...
yussuf kniet auf dem boden vor sylvies wunderbaren beinen, deren enden noch in den schuhe stecken, diese schmuckstücke in blau mit ihren kunstvollen absätzen. ob sie mir passen? der kellner, der mein freund sein möchte, hält eine klinge in der hand. es ist das rasiermesser, mit welchem sylvie ihrem ergebensten diener keine stunde zuvor freude bereitet hat. nun hatte man es offenbar für ein menschenopfer benutzt.

„jemand muss die polizei holen“, höre ich mich sagen. und schon bin ich erschrocken, diesmal über mich selbst, war ich doch eben noch auf der flucht und keineswegs erwachsen. polizisten würden mir am ende nur schaden.

„die polissei iste bereits ier“ sagt yussuf und zeigt mit dem meser auf martin. jetzt bin ich vollends durcheinander, ein jüdischer polizist mit amerikanischem pass, der einen mord in einer französischen eisenbahn auf einem deutschen nebengleis aufklären soll? doch martin schaut auf sylvie, auf laken rot von blut, oh schlafende schönheit, geliebtes dornröschen, kein kuss wird dich je wieder erwecken. habe ich da eine träne schimmern gesehen? eine täuschung vielleicht, es ist nicht sehr hell, die lampe spendet ihr licht dort, wo es gebraucht wird, wo gesehen werden soll, was ist.

- bitte nichts anfassen. yussuf, leuchte einmal hierher.

sylvies gesicht erstrahlt, der lichtschein spiegelt sich in ihren augen, welche selbst gebrochen, aber weit geöffnet sind. ebenso der mund, erstarrt im moment des erstaunens über das entschwinden der seele. oder auch nur über den menschen, der die klinge führte, rasch, aber präzise und mit einiger kraft, wie martin sogleich bemerkt. seine stimme ist ohne erregung, er entlässt all seine worte in gleichem tone. und ich spüre meinen atem schwach werden, ich zwinge die luft in meine lungen, sie wehrt sich, will nicht und ich atme schneller, will die luft in mich saugen, ganz tief. doch um mich herum klingen die stimmen ferner, ersterben, das abteil wird weiß, martin wird weiß und yussuf auch. dann spüre ich meine beine nicht mehr, nur noch einen dumpfen schlag gegen knie und kopf und dann nichts mehr...

Freitag, 11. August 2006

nachtlager teil II

Der schaffner bemerkt meine verständnislosigkeit, greift meine hand, drückt, streichelt, nimmt die andere dazu, hält meine beiden in seinen beiden, lächelt „es wird wunderbar sein mit dir“. dann schaut er an mit herunter, löst sich, seine hände werden andern orts gebraucht. er nimmt seine mütze vom kopf und sezt sie auf meinen. dann – ach bitte englein, dreh mir deinen rücken zu – hilft er mir aus meiner jacke, ein kurzer ausflug zu meinem busen, ein verschnaufer darauf, ein atmer in meinem nacken und sie stellen sich auf, nein, ich will das nicht und sie tuns doch. und da hat er schon meinen rock herunter und seine jacke aus. die legt er mir jetzt um die schultern. nun zieht er seine stiefel aus, die schwarzen, brav geputzen – tut er das oder macht das seine frau? Hier, mein schönes kind, mein holder engel, nimm diese wunderbaren stiefel und zieh sie dir an. wir wollen uns doch die beinchen nicht verkühlen.

es ist mir widerlich doch mein körper lügt. die warzenstehen steil und alles blut drängt bauchwärts. der schaffner hat sich in den waschraum begeben, kommt mit seife und einer schale zurück, ruft sylvie zu sich und übergibt ihr die dinge wie wertvolle juwelen.

- herrin, ihr ergebenster diener.
- sagt, habt ihr gesündigt?
- nur ein wenig mit dem hirn.
-ich will es hören.
- ich hab mir gewünscht, dieses schäflein zu scheren. Und ihr habt mir dabei geholfen.
- das lässt sich machen.

und da zieht sie mir den schlüpfer herunter, nimmt den pinsel vom bett, auf welches ich mich legen soll, die beine gespreizt verteilt sie die seife, mit absicht ganz langsam und immer mehr, das wasser ist kalt.

- lieg still, sonst schneid ich dich am ende.

die stimme ist scharf wie das messer, das da unten kratzt, langsam, stück für stück die locken nimmt, während der ergebenste diener sein gemächt exponiert, es liebkost und dabei immer wieder schaut und leise stöhnt.

- ach herrin, welch appetitlich kleiner hügel, zart und weiß, wie gern tät ich ihn besteigen. ach bitte, herrin, lass es einmal aufstehen, das englein und näher kommen, lass es die hand an die mütze legen und einmal schwer mit den stiefeln auftreten. ja kind, lass mich dich anschauen, mach mir diese freude, damit es die strafe wert ist, die mich gleich ereilt.

und da steh ich vor ihm, in seinen stiefeln und meinen strümpfen, die sich die beine herunterrollen und zeige mich und er kniet und schaut meine blöße und reibt sich und stöhnt und dann reißt sylvie mich zurück aufs bett, packt den schaffner bei den haaren, dass ihm fast der nacken bricht und schreit „die finger weg, sofort. das hab ich nicht erlaubt.“

und er lässt die arme sinken und steht auf und steil steht sein glied und schaukelt leicht und zittert und er senkt den blick und dreht sich weg und sylvie hat plötzlich eine rute in der hand. damit schlägt sie den ergebensten diener auf das entblößte gesäß, er taumelt gegen die wand und stützt sich mit den händen und sein schwanz zuckt und er stöhnt und sie schlägt wieder und wieder und schreit dabei „ich hab es nicht erlaubt, das hab ich dir nicht erlaubt“ und "wie kannst du es wagen?“ und er stöhnt in lust und stöhnt nach mehr und dreht sich um zu mir und geht in die knie, auf die knie und seine hand streckt sich nach meinem geschlecht und sylvie schlägt ihm auf die fußsohlen, wieder und wieder und sein schwanz zuckt schneller und mit ihm der mund und die hände sinken und sylvie befiehlt „finger weg“ doch er muss ihn packen und dann spuckt es aus ihm heraus, drei mal, vier mal und dann hört es auf und er sinkt vornüber die knie auf den bauch in sein weißes nass und noch einmal zuckt der ganze körper, rollt auf den rücken und seufzt schwer.

dann steht er auf, der ergebenste diener, sieht weder mich noch sylvie, begibt sich abermals in den waschraum, man hört wasser, eine kleine weile. er kommt zurück, verlangt mütze, jacke und stiefel, längst stehen sie da und ich bin wieder in meinen kleidern, immer noch verwirrt über dieses spiel, doch sylvie lacht stumm und ich soll rauchen und da ist auch schon das glas gefüllt, wie es sein sollte, gemütlichkeit war versprochen, vielleicht würde dies jetzt nachgeholt.

und der ergebste diener ist wieder der schaffner und zieht von dannen und wir frauen sitzen stumm und rauchen und nippen vom wein.

gerade will ich fragen, da klopft es abermals an der tür, sylvie öffnet, es ist martin, rasch schlüpf er hinein, ein kurzer kuss für sylvie, ein lächeln für mich – alles bestens? ja, danke. ich will protestieren und da ist er schon neben mir mit einem glas, prostet mir zu und ich glaube immer noch, alles hier ist ein traum, dass ich hier sitze in diesem abteil, das es gar nicht mehr gibt, nicht so und nicht in dieser funktion. aber es ist da und ich sitze hier neben martin, der alt sein müsste und doch jung ist, schalkheft sogar, jetzt und dann hab ich endlich seine lippen auf meinen und ich möchte ihn halten, ganz fest und nicht mehr loslassen und dann endlich aufwachen und alles ist gut.

doch wir küssen weiter und sinken auf das bett und ich höre die tür und schaue einen moment zwischen den küssen und sylvie ist verschwunden.

Dienstag, 1. August 2006

nachtlager teil i

Doch die scheinbar schreckensreiche lächelt gnädig, lässt mich noch kleiner fühlen, und bietet mir zu rauchen an. nie zuvor hatte ich das bedürfnis verspürt, vor meinem mund ein kleines feuer zu entfachen, doch jetzt musste abel es mit kain aufnehmen – wessen rauchopfer würde schlussendlich gewürdigt? so griff ich nach dem dargebotenen, selbst der schachtelmatrose schien entzückt. martins flämmlein spiegelte sich in seinen gottverfluchten augen, der teufel soll mich holen und wie er beißt, der raue qualm, ob der zugwagen mit mir um die wette bläst?

- das fräulein tochter, nehme ich an?
welches spiel ist das, wie sind seine regeln? martin widerspricht auch diesmal nicht, und wenn man ihn doch so offensichtlich kennt, warum dann nicht seine tochter?
- ich habe von ihnen gehört, meine liebe. kein mann kann seine sünden vor mir verbergen, und seien sie noch so gering und heimlich getan. doch meine hochachtung. ihr vater hat auch hier geschmack bewiesen, von ihm ist wenig an ihnen, vielleicht etwas von dem verstande, nützlich wär dies allemal.

es ist gut wie sie so redet, mein rauchopfer verfliegt ungesehen, erspart mir regelmäßige inhalation, der schwindel legt sich, ich werde müde. die blaue dame haucht meinem vaterersatz einen kuss auf die wange und einige wörter in sein ohr, sein blick wird starr, yussuf streift die szene mit dem serviermobil, martin flüstert etwas zurück, der teewagen klappert, dann schlägt etwas von unten gegen den waggon, und noch einmal, es ruckt, geschirr fliegt und mit ihm die blaue dame, die reste meines kaffees malen braune wolken auf das tafelweiß. dann steht der zug und mit ihm die blaue dame wieder auf. und yussuf entfernt seine mundwinkel der schwerkraft und der situation zum trotz weit voneinander und hoch nach oben.

der schaffner kommt, seine knöpfe sind immer noch blank, doch fehlt ihm jetzt der hut und mit ihm auch die würde. eine weiche sei falsch gestellt, der zug auf ein nebengleis geraten, hier müsse er nun stehen bleiben, sicher für ein paar stunden, niemand von der bahn sei abkömmlich, man murmelt sabotage, und die verantwortung für den zug liege schließlich bei den engländern und nicht bei der deutschen bahngesellschaft. so etwas käme bei den deutschen ja auch ganz sicher nicht vor und wer könne denn auch interesse an einem anschlag haben, nein das seien ganz sicher die russen, ja und wozu der so alles fähig sei, der russe, das hätte man in der letzten zeit ja schon so oft erfahren.

so schaue ich denn durch den speisewagen und suche nach dem verfehmten russen, dem übeltäter und fluchtverhinderer, aber auch diesmal ist martin der retter. er bittet in sein privates compartement, schlafwagen, die nummer 52, sein glückslager. und mein herz schlägt schnell und mein kopf wird heiß und meinen busen drängt es nach der fremden brust, nach fremden fingerspitzen, die das terrain ertasten, immer und immer wieder, bis es schließlich ganz vertraut geworden ist.

da folge ich ihm und der blauen dame denn auch willig die schmalen korridore entlang, von waggon zu waggon bis wir schließlich zu abteil 52 gelangen. schlafwagen 3309 geht mir durch den kopf. es wird wohl kein schneesturm kommen. und wenn und da öffnet sich die tür und ich fühl mich versetzt in ein abenteuer, das nicht sein kann, nicht in dieser zeit, es gibt ihn doch nicht mehr, nicht in dieser form und doch ist er da, der schlafwagen mit den intarsien und den betten nebeneinander, daran der waschraum und ein apartement mit einem bequemen fauteuille, humidor in der lehne inklusive. jetzt verwirrt es mich schon nicht mehr, dass auch die blaue dame mit von der partie sein wird, eine hoffentlich formidable nachtpartie. doch da wendet sich martin bereits wieder zur tür, flüstert der blauen dame abermals etwas ins ohr, sie nickt, er verlässt uns und sie kommt zu mir herüber, nimmt meinen arm, drängt mich auf der seidenen tagesdecke platz zu nehmen.
-unser freund hat noch etwas zu erledigen. Gleich wird yussuf kommen. eine erfrischung für die nacht.
und dann bietet sie mir erneut eine zigarette an, nimmt eine für sich selbst und da ist sie auch schon umarmt von dem herrlichen sessel. sie kreuzt ihre beine, wunderschön, durch die zarten strümpfe haarlos, so ziehe ich meine noch ein wenig fester an mich heran, halte die zigarette ungeschickt, spüre abermals die tückische röte in mein gesicht steigen, mein gegenüber nimmt es amüsiert, steht auf, streckt ihre hand aus, ergreift die meine einen moment lang innig, zärtlich, dann wieder fest, fixiert meinen blick, in ihren augen reflektionen abertausendfach, die laternen der herbeigeeilten monteure, so vermute ich und dann sagt sie ganz freundlich: „ich bin sylvie.“
-therese, bringe ich zustande und da klopft es auch schon an der tür und herein kommt, nein, nicht yussuf, der ersehnte, es ist der schaffner. schon will ich erschrecken, da lächelt er und zeigt auf ein tablett in seiner hand, darauf drei gläser und zwei karaffen, wein in der einen, sodawasser in der anderen, stellt alles auf ein tischchen beim sessel. dann hält er sylvie ein couvert entgegen. sie öffnet, zieht eine notiz heraus, liest, atmet heftig, lächelt, dass es einen gefrieren möchte und knüllt das blatt mit solcher macht, als gelte es einen leibhaftigen feind zu zerschmettern. der schaffner hat von all dem nichts gesehen, er macht sich an seiner jacke zu schaffen.
-der herr breslauer hat mir gesagt, die damen hätten etwas schönes für mich, ich solle sie nur aufsuchen, es solle mein schaden nicht sein. nun, da bin ich und ich habe weit erbaulicheres für uns als nur ein wenig wasser und wein, auch wenn der wein – zugegeben - einer der besten ist, die der keller unseres haus – und er sagt tatsächlich „keller“ und „haus“ – zu bieten hat. da hält er schon einen gerollten packen in der rechten, legt ihn neben mich auf das bett und macht sich daran, seinen inhalt zu entrollen. ich will meinen augen nicht trauen, zum vorschein kommen seife, ein pinsel und ein rasiermesser. mit einem solchen logiergast für die nacht hatte ich nicht gerechnet.

Samstag, 22. Juli 2006

speisung

Man beobachtet mich. so muss ich denn meine wunderbare speisung mit vorgeblicher unlust behandeln, zögernd gabel um gabel zum munde führen, obgleich ich das gute hühnchen mit samt reis und bohnen am liebsten mit dem spaten in mich hinein geschaufelt hätte. und wieder lächelt mein gegenüber, das gesicht wird von bissen zu bissen glatter, die augen wach und die pupillen weit. ich fasse nach dem weinglas, da berührt seine hand die meine, und da ist sie wieder, diese lust des heimlichen, doch ich bin verändert und meine hand weicht und zieht das glas davon, der wein schwappt hoch gegen den rand, doch da ist der kelch bereits an meinen lippen. ein duft von altem eichenholz und veilchen, dann wärme auf meiner zunge, ich kaue den schweren wein und lasse ihn dann hinab durch meine kehle. wärme auch hier, und weiter in meine brust, die glieder werden schwer, doch nur einen flüchtigen augenblick. und ich schaue tief in diese neu erkannten augen und kann nicht mehr fort und ganz plötzlich wird mir angst.

- dein name?
- bitte?
- ich habe dir meinen namen gesagt. jetzt möchte ich deinen wissen.
- therese.
- therese?

ich nicke und erlege dabei ein paar bohnen mit meiner gabel. yussuf chauffiert einen großen servierwagen durch die reihen, darauf verschiedene schüsseln, platten und körbchen mit obst, cremespeisen und torten.

„eine wunderbare stückschen tarte für wunderbare fräulein tochter?“ und da steht sie auch schon, die schwarzwälder kirschtorte, ein stück davon auf einem zierlichen teller aus weißem porzellan. und jetzt erst bemerke ich das viele weiß um mich herum und die angst tauscht sich aus gegen einen diffusen schmerz irgendwo zwischen kehle und magen und es ist nicht der wein und nicht das essen, ich wünschte, es wäre der mann, dieser indifferente mensch, der mich verwirrt.

„therese“ sagt dieser und spricht es französisch. und noch einmal „therese“, wie ganz von ferne und ich blicke auf und draußen dämmert es. die landschaft verliert an kontur sowie das gesicht vor mir. meine hände halten sich an glas und gabel fest und ich weiß nicht, welches ich zuerst an den mund führen soll. Mein blick wandert umher auf der suche nach etwas anderem als weiß und da sitzt sie am ende des speisewagens, eine dame unter einem königsblauen hut mit straußenfedern. darunter eine stimme, laut und leicht gewöhnlich, aber mit offenem timbre. und dann lacht sie, lacht und dieses lachen schwingt zu mir her, nimmt meine angst, wirft sie fort und steckt mich an.

„therese, sie bezaubern mich.“ er nimmt meine hand, zwingt mich, sie von dem glase zu lösen. „darf ich sie fotografieren. ich will sie so, mit diesem lächeln, ich will das es bleibt. bleibt auf ihrem gesicht und niemals mehr fortgeht.“ und dann zieht er einen seltsamen dicken stift aus seinem jackett, ganz silbrig ist er dieser stift, hat einen verschluss, den schaubt er ab und dann legt er den stift vor sich hin, schaut versonnen, lächelt und schaut und es schnurrt ein wenig, dann schraubt er wieder und der stift verschwindet zurück in die kleider.

- mein liebstes spielzeug, therese. ein geschenk meines besten freundes.
- damit kann man fotografieren?
- ja.

und wieder eilt yussuf herbei, flink wird das geschirr gestapelt und schon ist es abgeräumt, ein wedel fegt hurtig über das tischtuch, und da stehen auch schon zwei tassen mokka vor uns auf einem silbernen tablett und wieder ein wimpernschlag und dazu gesellen sich milch und zucker in viktorianischem silber. da erschallt wieder dieses lachen, der hut erhebt sich und die federn wippen im takt der schritte, die blaubehütete dame schreitet auf hohem absatz in weiße seide gehüllt, dazu eine handtasche nach der neusten mode, oh, sie raucht, zigaretten, amerikanisch noch in der originalen box. die blaue mit dem seemann, filterlos. aber da ist auch schon die filterspitze, lang, silbern mit schwarzem mundstück. da hält sie an neben unserem tisch, nickt martin zu und da hat er auch schon sein feuerzeug in der hand, sie zieht, stösst den rauch aus durch offene nüstern, ein streitross und in mir, da schmerzt es wieder. verrat, denke ich und betrug, hat sie mich doch eben noch lachen gemacht, wie rasch ist alles doch im wandel...

Samstag, 15. Juli 2006

fahrt

Und so sitzen wir schweigend ins eigene lächeln versunken und die räder schleifen den eisernen strang , ratatamm, ratatamm, es wiegt uns, trägt uns fort und hindurch durch die landschaften vor unserem fenster, unter bergen entlang und an wassern, mit wiesen, bäumen und würfeln aus stein und lehm und ziegel. und am himmel die selbe sonne, scheint auf alle gleich, wärmt und dörrt und fragt nicht nach sitte, ansehen und moral. so mag der rechtschaffene verhungern und der mutwillige dahinsegeln auf seiner yacht über türkisenem grund, das ist der sonne so gleichgültig wie den wolken, dem regen und dem wind, der die mühlen treibt und das meer peitscht, auf dass die schifflein darauf tanzen...

schon lange schauen wir uns nicht mehr an, da gehen schritte auf dem gang der schaffner fragt die reisenden nach dem billet . ich erschrecke, daran hatte ich nicht gedacht, ich hab ja nur den koffer mit den kleidern, manche davon ungewaschen, wohl auch faltig, aber an geld, daran war kein gedanke und der schaffner kommt näher und die fahrkarten bitte und danke und nachlösen und 2 mark, bitte sehr die dame, meine empfehlung, einen schönen tag noch die herrschaften und da geht sie auf die tür und herein schaut der mann mit der roten mütze, der jacke, blau, die knöpfe aus messing, schwarz die hose, mit goldenem streifen und stiefel schwer und blank – zug rauf zug runter... die fahrkarten bitte. und mein zufallsbegleiter zieht eine brieftasche aus dem jackett, daraus eine karte, reicht sie dem fordernden, der nimmt haltung an, wird beflissen, nickt, reicht das billet zurück, nickt wieder wünscht eine gute reise, die herrschaften und fragt noch, ob man nicht lieber in die erste klasse wechseln wolle, das compartement des herrn oberst sei frei, alles nach seinen wünschen. doch der so angesprochene nickt und schaut wortlos und klappt die augenlider, zieht die nase erst ein wenig nach rechts, dann nach links und schon ist er verschwunden, der schaffner, nur seine stimme wandert weiter die fahrkarten bitte, danke, schönen tag, gute reise und fort, die gänge entlang.

- würden sie mir die freude machen und mich in den speisewagen begleiten?
meine wangen werden warm, ja, ich spüre die leere in meinem bauch, schon seit stunden keine mahlzeit, nicht einmal ein stück obst oder ein plätzchen und auch kein wasser, keinen kaffee oder tee.
- das ist sehr freundlich von ihnen, aber ich habe keinen hunger.
- dann schauen sie mir wenigstens dabei zu. sagen sie ja, nehmen sie einen kaffee, lächeln sie, ich esse so ungern allein.
und schon hat er meine hand genommen, mich aufgestellt und zur tür geleitet.

wir sitzen im speisewagen während es draußen dämmert.
- sie haben kein billet, nicht wahr?
und wieder wird mir warm im gesicht, doch ich halte den blick.
- haben sie denn ein ziel?
nein schüttel ich meinen kopf,
- ich weiß nicht einmal, wohin dieser zug hier fährt.
- nach athen. aber einen pass haben sie sicher auch nicht?
- ich habe nichts, kein geld, keine papiere, alles was ich habe sind die kleider auf meinem leib und ein paar ungewaschene in meinem koffer.
- kummer mit dem bräutigam? oder doch eher dem herrn papa?

und da sprudelt es aus mir heraus, die geschichte mit rebecca, das sanatorium, die eltern, ohne hoffnung, die innere drangsal, die mich trieb, hin auf den bahnsteig und hinein in den ersten besten zug, abfahrbereit am bahnsteig, fort nur fort, immerzu, immer nur weiter, weg von all der erinnerung, den kopf fest geschüttelt, raus damit, raus mit den gedanken, dem hindernis meines werdens und dann schüttelt es mich und ein kellner tritt zu uns an den tisch, ein junger mensch kaum älter als ich mit augen groß und dunkel wie pflaumen, vollen lippen und einem kleinen bärtchen wie dieser schreckliche schauspieler willy birgel ihn trug oder neuerdings dieser amerikaner, clark gable, diese bleichen gesellen mit ihren zerfurchten stirnen und ohren, die bis nach arabien lauschen konnten. des kellner anblick jedoch erspart uns solch stirn und ohren.

- guten abend herr oberst. was darf isch ihnen bringen? er sagt tatsächlich „innen“ und „bringken“ und kappt dem „herr“ das „h“
- was empfehlen sie mir, yussuf?
- wir ‚aben ‚eute original türkisch kebab mit wunderbar duftende reis und köstlisch bohnen. dazu vielleischt ein rotwein, nischt zu schwer.
- oh, einen toten hammel könnte ich nicht ertragen, nicht heute abend. bring mir hühnchen in rahmsauce, dazu gern eine portion deines duftenden reis.
- keine gemüs?
- oh yussuf. dann eben bohnen. aber schwarze.
- und ein karaff rotwein mit deux verre. ein bezaubernd jung frau sie begleiten ce soir. sischer ihr fräulein tochter, n’est-ce pas?
- zwei gläser, von mir aus. aber lass diese dummen scherze...
mein begleiter gibt dem beflissen davon eilenden yussuf einen scherzhaften klaps auf den hintern und wendet sich dann wieder zu mir.
- sagen sie, ist ihnen kalt?
- ach, sie meinen mein kopftuch? nein, ich hab nur. ..
- so ist’s viel besser. tragen sie ihr haar immer so kurz. ist das jetzt modern in deutschland?
- eigentlich bin ich schweizerin. aber mein vater ist deutscher. und sie, sie sind dann offenbar kein deutscher?
- amerikaner.
die frisur scheint vergessen
- sie haben keinen akzent.
- nein, ich bin jude.
- das versteh ich nicht, ich dachte sie seien oberst. für welche armee arbeiten sie denn nun?
- schön, dass sie „arbeiten“ gesagt haben. oh ja, und verzeihn sie, ich hab mich ihnen noch gar nicht vorgestellt. breslauer. martin breslauer. bitte machen sie mir das vergnügen mich martin zu nennen.
- sie haben glück gehabt.
- nicht direkt. meine eltern sind bereits in den 20er jahren aus schlesien nach boston ausgewandert. ich bin erst dort geboren. doch zu hause wird deutsch gesprochen. die schwester meiner mutter hatte allerdings weniger glück. sie gilt immer noch als vermisst. es gibt keine dokumente. ihr letzter brief kam aus athen. seither reise ich immer wieder
yussuf kommt mit einem teller voller huhn mit reis und bohnen auf der einen hand zurück, auf der anderen balanciert er ein silbernes tablett mit einer karaffe und zwei gläsern.
- isch abe mir erlaubt, die wein bereits in die küsch zu decantieren. bordeaux von mouton rothschild, 1947 nischt zu kalt, ganz so wie sie ihn lieben, martin.
- sie beide kennen sich wohl gut?
natürlich war das eine dumme rede meinerseits, denn beide gingen so vertraut miteinander um, als wären sie seit langem befreundet. seltsam, ein oberst und ein kellner....
doch das huhn duftet aufdringlich in meine nase hinein, bohrt sich ein in meinen magen, lässt allen speichel in windeseile zusammenfließen. mein gegenüber muss es mir angesehen haben, denn er winkt yussuf noch einmal zurück
-bring der jungen dame noch einmal das gleiche
und mit „noch einmal die gleisch für die fräulein tochter“ bewegt sich yussuf hüftschwingend zurück in die küche. keine zwei minuten später steht ein huhn in einer rahmsauce auf einem teller schwimmend vor meiner nase und macht mich zum ersten mal seit langem wieder richtig glücklich.

Montag, 10. Juli 2006

flucht

Meine abreise verlief ebenso unspektakulär wie mein ankommen. auch wunderte ich mich über meine absolute teilnahmslosigkeit gegenüber den menschen und dingen, die mir während meines zweimonatigen aufenthaltes in der genesungsanstalt widerfuhren. einzig dr. brodesser schien wichtig und der gedanke an ihn ergoss sich in einem harten strahl der empörung über meinen leib. ich war dem manne zu diensten, er labte sich an mir, zwang mich in die lustqual nächtlichen schweigenmüssens und machte mich damit wund und gierig und entledigte sich dann meiner scheinbar ganz ohne grund.

da standen wir nun, mein koffer und ich, vor dem großen tor, eine fahle wintersonne als herold des nahenden frühlings, welcher meine knospen jedoch nicht zur blüte trieb sondern bloß verkümmern ließ. ein auto fuhr vor und spuckte mir meine mutter vor die füße. mir war kaum nach reden zu mute, doch zwang ich mich zu würdevoller haltung, lächelnd um eine sorglose seele bemüht. kissen reden nicht und tücher und kleider, über alles hatte ich mein leid geworfen, einfach abstreifen und wegwerfen und sein. später...

die fahrt schweigend, kilometer um kilometer, landschaften zogen vorbei, sichtbar aber nicht greifbar, begreifbar, antastbar, unantastbar. „du wirst einiges nachholen müssen, willst du dein abitur noch schaffen. vielleicht ist es besser, du wiederholst das jahr.“ ein jahr, das ist sonne, wind, regen, nebel, schnee, das heißt aufstehen, sitzen, zuhören, reden, schreiben und den geist füllen und das herz leeren und die zeit fressen und das leben rückt weiter, verliert sich oder ich mich in ihm...

zu hause rettete ich mich sogleich in mein zimmer. gab es ein entkommen oder sollte ich mein dasein weiterhin im aquarium der bürgerlichen gesellschaft fristen, an welchem sich die wohlgeratenen die nasen platt drückten, ihre finger nach mir reckten und voll wohligem abscheu „ekel“ oder „irrsinn“ rufend ihre zupassgekommene existenz rechtfertigten. nein!. und noch war mein koffer gepackt. die familie mit sich beschäftigt. lautlos schlüpfte ich hinaus, das gepäck mit fester hand geschultert, in der anderen hand ein paar stiefel, der winter lies nicht los, noch nicht, und wieder hieß es still, kein geräusch und unruhe kroch mir in den leib und hetzte den atem, machte schwindel und lust. nur noch ein schritt, hin zur tür, und bleib doch still und hinaus durch den wirtschaftraum und flink in die garage. herum, hinten, nur herum, und sei doch still du liebes herz und renn mir nicht davon. die straße herauf, schlendernd, niemand weiß, soll ahnen, nur weiter zum bahnhof und laut klopft das herz und treibt den schritt und der schritt treibt das herz. da ist er schon, der rettende steig und wenn er nur kommt, der eisenhans, mit schnaufender schnauze und stählernem schritt, schnell hinein, das ziel, welches ziel, nur fort und hinweg und weit und schnell rattatam, rattatam, rattatam...

ich sitze im abteil, meinen koffer neben mir auf dem sitz, kopf und schulter daran gestützt. mir gegenüber ein herr mit müdem gesicht, bartlos unter breitkrempig behütetem haupt, daran ein paar haare wie silber, schwarzdurchwirkte brauen beschließen die furchige stirn, seine nase ist fein, lang und gerade, die wangen glatt, der mund groß, das kinn schön geschwungen. ich möchte ihn küssen, da greift er zur zigarre, fängt meinen blick, zögert doch dann die frage „darf ich?“ und da brennt sie auch schon und der blaue rauch mischt sich mit der farbe seiner haare sein atem schickt ihn zu mir, er wässert die augen und kitzelt die nase „hatschi“ nud da fliegt mir schon ein taschentuch entgegen, groß, weiß und von feinstem linnen. w steht da dunkelrot gestickt. das gesicht lächelt und ich schnäuze mich und mein gesicht lächelt zurück und sein mund bläst blaue wolken und ich möchte ihn immer noch küssen...

Mittwoch, 5. Juli 2006

spiel

Dr. Brodesser kam heimlich. nicht jede nacht, denn viel hielt er nicht in händen, was er mir hätte bieten können. und in meinen händen lag nun nichts als sein männlichkeit, welche das wort allein lügen strafte. doch da er offenbar seine existenz weniger über seine tätigkeit als arzt denn über seine qualitäten als sexuelles wesen definierte, spielte ich sein spiel. Und nicht nur das. Zu erkennen, welche macht in derlei spiel lag bereitete mir ein so großes vergnügen, dass ich gefahr lief, süchtig zu werden, süchtig nach der lüge, welche mit der bestätigung einer körperlichen sensation einherging, die ihn auftrumpfen ließ, seine augen glänzen machte seine hände weich und die stimme leise rau und versagen, wann immer er sich auf dem gipfel befand.

ich spielt mit ihm während er dachte, es sei sein spiel. doch mein größter trumpf lag zwischen meinen beinen: der schoß, welchen ich ihm stets verweigerte mit dem hinweis auf die eltern und meine zukunft als gattin eines von der famlie angeworbenen freiers.

so gönnte ich ihm bei besonderer gelegenheit meinen mund, doch meist begnügte er sich mit reiben an meinen schenkeln, wobei die spitze seines gliedes nach den lippen meines schamschlundes lechzte. dann bäumte ich mich ihm entgegen, meine spitze auf seiner und entlockte seinem körper ein gewaltiges zittern. seine hände gruben sich dann in meine brust, machten sie rot und streifig und meinen mund leise seufzen und stöhnen hauchen und wimmern wie ein kind und ihn zittern und zittern und greifen und verwildern. und immer still, keiner darf hören, keiner wissen und meine lust wuchs in meinem kopf und über seinen körper und machte uns zu einem band ohne anfang und ende dehnbar jedoch untrennbar.

die nächte schafften mir privilegien bei tage. ich durfte auf meinem zimmer essen, ich bekam kaffee und süßes, wann immer es mich danach gelüstete. so wurde es februar und ich ins konsultationszimmer gebeten. dies war bereits zur routine gelangt und längst durfte ich ohne schwester hildegard dorthin, auch wenn diese visiten nur dem zweck des sachlichen gespräches dienten, deren mittelpunkt stets meine gesundheit war.

„wir werden uns trennen.“ es ist sein mund, der spricht, sein seelenloser mund. ich soll mein spiel aufgeben? „ich haben deinem vater soeben die freudige nachricht deiner genesung übermittelt.“ und er freut sich auch und seine augen glänzen und er kommt auf mich zu, geht vorbei, geht zur tür, dreht den schlüssel und dreht sich um und geht vorwärts und seine hände greifen den binder, lösen ihn, dann das hemd, knöpfen es auf, schälen es ab, werfen es weg nehmen den binder vom nacken, vom hals, er näher und näher, die hände groß, rau ohne stimme und meine augen schauen und seine hände greifen sich meine und heben sie über den kopf und er führt mich und bindet meine hände mit dem binder und zieht sie höher und den binder an einen haken und ich bin fest und er weitet meine beine und kniet nieder und hebt meinen rock und schickt seinen mund darunter und saugt sich fest und seine hände lösen seinen gürtel und seine hosen gleiten und befreien sein glied und er reibt es und saugt und sein binder reibt meine hände und seine hände reiben ihn und seine zunge reibt mich und ich darf nicht lustschreien, muss stehen und er macht mich tanzen wie ich ihn hab tanzen lassen am band tanze ich auf der stelle und kreise und tanze und will schreien und darf nicht und muss doch und er reibt und saugt und seine hände wandern von ihm fort zu mir empor und reiben weiter und seine lippen werden zungenlos und pressen sich fest und meine brust wird rot unter dem hemd und streifig und sein mund führt mich im tanz, lässt mich kreisen und dann steige ich auf und verstehe, das spiel ist aus...

noblesse horizontale

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